Yoga anatomisch verstehen: Meine wichtigsten Erkenntnisse aus einer Weiterbildung
/Warum ich diese Weiterbildung gemacht habe
Vor einigen Wochen besuchte ich die 4-tägige Weiterbildung „Yoga und die Sprache des Bewegungssystems“ bei Peter Greve in Villeret.
Auch wenn vieles davon für mich nicht komplett neu war, liebe ich Weiterbildungen genau deshalb: Sie geben mir die Möglichkeit, Wissen aufzufrischen, Zusammenhänge neu zu verstehen und meinen Unterricht bewusster zu gestalten.
Im Zentrum standen diesmal vor allem Anatomie und Bewegungslehre. Wir haben gelernt, Bewegungen medizinisch korrekt zu benennen (zum Beispiel Flexion, Rotation oder Abduktion) und genauer zu beobachten, welche Bewegungen in unterschiedlichen Yogapositionen eigentlich stattfinden.
Das klingt zuerst vielleicht sehr technisch. Für mich war es aber vor allem eine Erinnerung daran, wie vielseitig Bewegung sein kann.
Meine wichtigsten Erkenntnisse
Wenn wir Bewegungen besser verstehen, können wir viel kreativer unterrichten. Zum Beispiel bedeutet „Arme abduzieren“ einfach, die Arme seitlich vom Körper wegzuführen. Das kann im Held 2 passieren, aber genauso gut im Sitzen. Dieses Verständnis hilft dabei, Yoga zugänglicher zu machen: Menschen mit Einschränkungen oder Schmerzen brauchen oft keine komplett andere Praxis, sondern einfach andere Möglichkeiten, dieselbe Bewegung zu erleben. Eine weitere wichtige Botschaft des Wochenendes war für mich:
Der Körper — und besonders die Wirbelsäule — ist grundsätzlich sehr stabil und anpassungsfähig.
Oft wird im Yoga oder auch allgemein im Fitnessbereich vermittelt, dass bestimmte Bewegungen „schlecht“ oder Haltungen „falsch“ seien. Besonders der berühmte „runde Rücken“ wird häufig fast wie etwas Gefährliches behandelt. Dabei gehört auch ein runder Rücken ganz natürlich zu unserem Bewegungsspektrum. Natürlich können gewisse Bewegungen sich für einzelne Menschen gerade nicht gut anfühlen. Aber das bedeutet nicht automatisch, dass sie falsch oder schädlich sind.
Was sich dadurch in meinem Unterricht verändert
Eigentlich hat die Weiterbildung weniger alles verändert, sondern vielmehr vieles bestätigt, was ich ohnehin schon vermitteln möchte. Ich möchte nicht vermitteln, dass man den Körper ständig korrigieren oder kontrollieren muss, stattdessen möchte ich den Personen in meinen Klassen die Chance geben, neue Bewegungen kennenzulernen. Ich möchte, dass die Teilnehmenden bei mir in Unterricht Bewegung neugierig, achtsam und individuell erleben können.
Ich achte heute noch bewusster darauf,
unterschiedliche Bewegungsrichtungen einzubauen,
Variationen anzubieten,
und weniger in „richtig“ oder „falsch“ zu denken.
Denn Körper sind unterschiedlich, deshalb darf Bewegung unterschiedlich aussehen.
Wie du das im Alltag nutzen kannst
Dein Körper ist nicht fragil. Du musst nicht „perfekt“ sitzen, stehen oder dich bewegen. Oft hilft es mehr, regelmässig verschiedene Bewegungen zu machen, statt krampfhaft die eine „richtige Haltung“ zu suchen. Vielleicht bedeutet achtsame Bewegung manchmal einfach:
öfter die Position wechseln,
neue Bewegungen ausprobieren,
oder dem eigenen Körper wieder etwas mehr Vertrauen entgegenbringen.




